Auf dieser Seite
- Wo das alles sitzt und wer es darf
- Was eine Persona ist — und was sie nicht kann
- Eine gute Persona schreiben
- Eine Persona vorschlagen lassen
- Die Wissensbasis: Kontext für alle Agenten
- Der digitale Zwilling: ein Agent mit der Stimme eines Menschen
- Material aufnehmen: den Zwilling füttern
- Was ein Agent aus seiner Arbeit lernt
Die Funktionen dieses Artikels sind gebaut und abgesichert, aber in der Praxis noch kaum genutzt worden — der Persona-Vorschlag und die Material-Aufnahme besonders wenig. Probiere sie zuerst an einem Agenten aus, der noch nichts Wichtiges tut, und lies die vorgeschlagenen Texte gründlich, bevor du sie übernimmst.
Wo das alles sitzt und wer es darf
Persona, Wissensbasis und Zwillings-Kopplung pflegst du unter Agenten-Zentrale → Agenten: links den Agenten wählen, alles Weitere steht in seinen Details. Ändern darf dort nur, wer das Recht „Organisation verwalten“ hat. Mit „Mitglieder / Rollen verwalten“ siehst du Persona, Werkzeuge und Budget, kannst aber nichts speichern — und das private Zwillings-Wissen bleibt dir ganz verborgen.
Eine Ausnahme gibt es: Bist du selbst als digitaler Zwilling gekoppelt, erscheint in deinem Menü der Eintrag „Mein Zwilling“. Dort pflegst du Identität, Persona und privates Wissen deines eigenen Zwillings ohne besondere Rechte — die Kopplung selbst setzen aber weiterhin nur Verwaltende.
Was eine Persona ist — und was sie nicht kann
Die Persona ist der Kern der Anweisung an einen Agenten. Sie steht in den Details jedes Agenten unter „Persona (Systemprompt-Kern)“ und wird mit „Als neue Version speichern“ übernommen. Jede Änderung erzeugt eine neue Version — die Kopfzeile zeigt dir, in welcher Fassung ein Agent gerade arbeitet, und damit bleibt nachvollziehbar, mit welchem Text er ein Ergebnis erzeugt hat.
Vor jede Persona stellt bricksta automatisch denselben knappen Verhaltensrahmen: dass der Agent ein sorgfältiger Kollege mit klar begrenztem Wirkungsbereich ist, ausschließlich die ihm zugewiesenen Aufgaben abarbeitet, sich strikt an seine Rechte hält, im Zweifel an einen Menschen eskaliert und keine Prozessschritte erfindet. Diesen Rahmen kannst du nicht abschalten — er gilt für jeden Agenten gleichermaßen, auch für einen, dessen Persona du komplett selbst geschrieben hast.
Eine Persona bestimmt nie, was ein Agent darf. Rechte vergibst ausschließlich du über Werkzeuge und Budget. Ein Text, der sich selbst zusätzliche Befugnisse zuspricht, bleibt wirkungslos — egal, wer ihn geschrieben hat und wie überzeugend er klingt.
Eine gute Persona schreiben
Eine Persona ist kein Rollenspiel, sondern eine Arbeitsanweisung. Was sie brauchbar macht, sind vier Dinge:
- Die Aufgabe, konkret: nicht „hilf beim Onboarding“, sondern „prüfe eingehende Onboarding-Unterlagen auf Vollständigkeit und halte fehlende Punkte als Notiz an der Aufgabe fest“.
- Der Ton, wenn er zählt: bei Kundenkontakt gehört hier hinein, wie förmlich, wie ausführlich, in welcher Sprache geschrieben wird.
- Die Grenzen, ausdrücklich: was der Agent bewusst NICHT tun soll, auch wenn er könnte — etwa „bei unklaren Preisangaben nichts schätzen, sondern die Aufgabe an den Vertrieb zurückgeben“.
- Der Kontext, den er sonst nicht hat: Fachbegriffe eurer Branche, wie ihr eure Vorgänge benennt, welche Abkürzung was bedeutet.
Schreib die Persona nicht auf Vorrat. Lass den Agenten drei oder vier echte Aufgaben bearbeiten, sieh dir an, wo er danebenliegt, und ergänze genau das. Eine Persona, die aus beobachteten Fehlern gewachsen ist, schlägt jede, die vorher ausgedacht wurde.
Eine Persona vorschlagen lassen
Vor dem leeren Feld musst du nicht sitzen bleiben. Im Persona-Schritt des Anlege-Assistenten heißt der Knopf „Persona vorschlagen“, in den Details eines bestehenden Agenten „Persona verbessern“. Beide führen zum selben Ablauf.
- 1Optional beschreiben, was der Kollege für euch tun soll — ein Satz genügt. Ohne Angabe entsteht der Vorschlag aus Name, Rollenbezeichnung und euren Vorlagen; bei einem bestehenden Agenten fließt zusätzlich seine Wissensbasis ein.
- 2„Vorschlagen“ drücken. Der Vorschlag erscheint als Karte mit einer kurzen Begründung, warum er so formuliert ist.
- 3Den Text lesen und frei bearbeiten. Daneben kannst du die bisherige Persona aufklappen und vergleichen.
- 4„Persona übernehmen“ macht daraus die gültige Persona — bei einem bestehenden Agenten als neue, nachvollziehbare Version; im Anlege-Assistenten wird der Text nur ins Formular übernommen, angelegt wird weiterhin erst am Ende. „Verwerfen“ lässt alles, wie es war.
Der vorgeschlagene Text ist für alle in eurer Organisation lesbar, sobald du ihn übernimmst — die Oberfläche weist dich vor dem Übernehmen darauf hin. Schreib nichts in die Persona, was nicht jede:r im Team sehen soll.
Hat in der Zwischenzeit jemand anderes die Persona geändert oder einen neueren Vorschlag erzeugt, lässt bricksta dich nicht blind überschreiben: Du wirst gebeten, einen frischen Vorschlag anzufordern, damit du über den aktuellen Stand entscheidest. Das ist kein Fehler, sondern der Schutz davor, die Arbeit einer Kollegin unbemerkt zu verwerfen. Lässt sich der jetzt gültige Stand dabei nicht laden, bittet bricksta dich stattdessen, die Seite neu zu laden — das Persona-Feld wird dann bewusst nicht angerührt, damit dort nie ein leeres Feld als gespeicherter Stand erscheint.
Auch das Vorschlagen kostet Tokens aus dem Budget des Agenten. Bei einem Agenten mit leerem Budget kommt kein Vorschlag zustande.
Die Wissensbasis: Kontext für alle Agenten
Neben der Persona gibt es unter Agenten-Zentrale → Agenten eine Wissensbasis: kurze, kuratierte Hinweise, die deine Agenten beim Planen einer Mission lesen und berücksichtigen. So gibst du dem ganzen Team einmal Kontext, statt ihn in jede Mission neu zu tippen.
Ein Eintrag hat einen Titel und einen Inhalt und lässt sich mit „Neuer Eintrag“ anlegen, mit „Bearbeiten“ ändern und mit „Löschen“ entfernen. Über das Häkchen „Aktiv (Agenten lesen dies)“ steuerst du, ob ein Eintrag wirklich einfließt — ein deaktivierter Eintrag bleibt erhalten, wird aber nicht gelesen. Zuerst berücksichtigt werden die zuletzt aktualisierten aktiven Einträge.
Halte die Wissensbasis kurz. Jeder aktive Eintrag wird bei jedem Planungslauf mitgelesen und kostet Eingabe-Tokens. Zehn präzise Hinweise sind besser als fünfzig ausführliche — und wirken zuverlässiger.
Der digitale Zwilling: ein Agent mit der Stimme eines Menschen
Ein Agent kann an eine reale Person gekoppelt werden. Er wird dann ihr digitaler Zwilling und spricht aus ihrem Material — mit ihrem Wortschatz, ihren Gepflogenheiten, ihrem Wissen. Der Sinn dahinter ist Wissenserhalt: Erfahrung, die sonst nur in einem Kopf steckt, wird für Vorgänge nutzbar.
Die Kopplung setzt eine verwaltende Person in den Details des Agenten unter „Digitaler Zwilling von“: dort die gekoppelte Person wählen und „Kopplung speichern“ drücken. Ab dem Moment erscheint für diese Person im Menü der Eintrag „Mein Zwilling“.
Die Kopplung setzen nur Verwaltende — die gekoppelte Person kann sich nicht selbst koppeln oder entkoppeln. Pflegen darf sie ihren Zwilling danach aber selbst: Anzeigename, Rollenbezeichnung, Persona und das private Wissen. Auch diese Änderungen sind versioniert und für Verwaltende einsehbar, die sie bei Bedarf überschreiben können.
Ist die gekoppelte Person deaktiviert oder aus der Organisation entfernt worden, bleibt die Kopplung bestehen und das private Wissen erhalten — die Oberfläche weist das aus. Aber Vorsicht: Ein Speichern in diesem Zustand würde die Kopplung aufheben. Lies den Hinweis, bevor du dort etwas bestätigst.
Material aufnehmen: den Zwilling füttern
Unter „Mein Zwilling“ — und für Verwaltende auch direkt am Agenten-Profil — gibt es den Abschnitt „Material aufnehmen“. Das aufgenommene Material wird zu privatem Wissen genau dieses Zwillings: Nur er schöpft daraus, beim Planen, Arbeiten und Prüfen, zusätzlich zur org-weiten Wissensbasis.
- Text einfügen
- Material direkt hineinkopieren. Gib im Feld darüber an, woher es stammt — das hilft dir später beim Aufräumen.
- Dateien hochladen
- Text-Formate sowie PDF- und Word-Dateien, bis 10 MB je Datei. Hat ein gescanntes PDF keine Textebene, liest die KI es per Bilderkennung; bricksta sagt dir das ausdrücklich, damit du den Text auf Erkennungsfehler prüfst. Findet auch die Bilderkennung nichts, wird die Datei übersprungen und benannt.
- Aus bricksta übernehmen
- Übernimmt mit einem Klick die eigenen bricksta-Kommentare der gekoppelten Person. Ist der Agent an niemanden gekoppelt, ist dieser Knopf deaktiviert — es gäbe niemanden, dessen Kommentare übernommen werden könnten.
- Aus Outlook übernehmen
- Übernimmt die eigenen gesendeten Mails der letzten 24 Monate, bis zu 200 Stück. Ausschließlich gesendete, nie empfangene, und ausschließlich das eigene Postfach. Setzt voraus, dass das Microsoft-Konto unter Einstellungen → Verbindungen verbunden ist.
- Destillieren
- Fasst das aufgenommene Roh-Material zu wenigen wiederverwendbaren Hinweisen zusammen und ersetzt damit die Roh-Einträge. Der Weg von „viel Material“ zu „brauchbarem Wissen“. Findet sich nichts Erhaltenswertes, sagt bricksta das, statt etwas zu erfinden.
Aufgenommener Inhalt wird der KI ausdrücklich als Material vorgelegt, nicht als Anweisung — eine Aufforderung in einer hochgeladenen Datei soll damit ins Leere laufen. Verlass dich darauf aber nicht allein: Diese Abgrenzung ist eine Formulierung im Prompt, keine technische Sperre. Die harten Grenzen sind und bleiben die Werkzeuge, die Freigaben und die Empfänger-Auswahl aus bekannten Kontakten. Nimm deshalb nur Material auf, dessen Herkunft du kennst.
Zwei Dinge, die du vor dem Hochladen wissen solltest. Erstens: Das Material ist für die Personen mit dem Recht „Organisation verwalten“ einsehbar. Zweitens, und das ist der wichtigere Punkt: Es verlässt bricksta. Sobald der Zwilling an einer Mission arbeitet, fließt sein Wissen in jeden Schritt, den er selbst ausführt, und geht damit an den KI-Anbieter — auch rohes, nie destilliertes Material. Dazu kommen das Destillieren selbst, der Persona-Vorschlag und bei gescannten PDFs die Bilderkennung. Lade nichts hoch, was diesen Weg nicht gehen darf.
Der eigene KI-Schlüssel deiner Organisation deckt nicht alle diese Wege ab: Missionen, Destillieren und der Persona-Vorschlag nehmen ihn nur von OpenAI und Anthropic an, die Bilderkennung nur von Anthropic und Google. Jede andere Kombination läuft still über den zentralen Zugang von bricksta. Der Abschnitt „Der KI-Anbieter“ im Artikel Agenten einrichten erklärt das genauer — sieh dort nach, bevor du personenbezogenes Material aufnimmst.
„Aus Outlook übernehmen“ erscheint ausschließlich am eigenen Zwilling unter „Mein Zwilling“ — es überträgt dein eigenes Postfach, das nur dir zugänglich ist. Eine verwaltende Person kann fremde Postfächer nicht übernehmen, auch nicht am Agenten-Profil. Text einfügen, Dateien hochladen und Destillieren stehen dagegen an beiden Stellen zur Verfügung.
Für „Aus bricksta übernehmen“ gilt diese Schranke NICHT: Eine verwaltende Person kann am Agenten-Profil die bricksta-Kommentare der gekoppelten Person übernehmen, ohne dass diese es auslöst. Nur der Outlook-Import bleibt der gekoppelten Person vorbehalten. Wenn ihr eine Betriebsvereinbarung oder eine Datenschutz-Regelung habt, gehört dieser Unterschied hinein.
Ist deine Microsoft-Verbindung abgelaufen oder gar nicht erst hergestellt, sagt bricksta das im Klartext und verweist auf Einstellungen → Verbindungen. Bricht die Übernahme mit einer Zeitüberschreitung ab, versuche es gleich noch einmal; wurden ältere Mails noch nicht erfasst, sagt die Rückmeldung das und du kannst den Import erneut ausführen, um weiterzukommen.
Was ein Agent aus seiner Arbeit lernt
Unabhängig von Persona und Wissensbasis sammeln Agenten Erfahrung: Nach jeder abgeschlossenen Mission zieht der Lead-Agent knappe Lehren aus dem Verlauf. Im Agentenprofil siehst du sie kumuliert unter „Was dieser Agent gelernt hat“, sortiert nach Art — bewährt, gescheitert, Vorlage, Delegation, Kosten oder Notiz.
Diese Erfahrungen entstehen von selbst und fließen in künftige Planungen ein. Du musst sie nicht pflegen — aber ein Blick darauf lohnt sich, bevor du eine Persona nachschärfst: Was ein Agent wiederholt als gescheitert notiert, gehört meist als Grenze in seine Persona.